Angebot
Weidhalde – Kinderhaus
Betreutes Wohnen
Ramselstrasse – Jugendwohnen
Begleitetes Jugendwohnen
Ramselstrasse – Jugendwohnen
Begleitetes Jugendwohnen
Sozialpädagogische Einzelbegleitung
SPF-Angebot
Wir nutzen die enge Zusammenarbeit mit unserem Hausarzt und die Kooperationen mit psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen/Fachpersonen in der Umgebung. Wichtig ist uns eine gut vernetzte, konkret vereinbarte Zusammenarbeit mit allen erwachsenen Personen, die für die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen Verantwortung tragen. Eltern, Beistände, Therapeuten, Hausarzt, Lehrpersonen, etc.
Unser Ziel ist es, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen so zu unterstützen und zu fördern, dass sie für ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben befähigt sind.
«Die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen basiert auf einer gleichwürdigen Beziehung, einer Begegnung auf gleicher Augenhöhe, in welcher der Erwachsene allerdings die Verantwortung dafür trägt, wie er das Kind in die Welt einführt. Es geht um die Gestaltung einer authentischen, also glaubwürdigen Erwachsenen-Kind-Beziehung», Dr. med. Rotthaus. W. 2011.
D.h. wir verpflichten uns zu einer Beziehungsgestaltung, welche die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und die sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse aufnimmt. Unsere Ausrichtung am Ansatz der Pädagogischen Präsenz nach Haim Omer gibt uns dazu Orientierung, indem die Polarisierung zwischen Disziplin und Partnerschaftlichkeit aufgehoben ist und die Richtung aufgezeigt ist für ein demokratisches und kooperatives Selbstverständnis im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, im Team, mit den Eltern und mit allen beteiligten Personen.
Wir arbeiten an tragfähigen und verlässlichen Beziehungen, die dem Kind ermöglichen, sich sicher zu fühlen und eigene konkrete Schritte zu wagen (Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit). Als Sozialpädagog:innen in der Weidhalde verstehen wir uns als Teil eines sozialpädagogischen Förderteams. Wir tragen als Fachpersonen gemeinsam Verantwortung für alle uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Zusätzlich erhält jedes Kind eine sozialpädagogische Fachperson aus diesem Förderteam als Bezugsperson.
Mit dieser vernetzten täglichen Begleitung und Unterstützung soll jedes Kind seine Entwicklungsaufgaben schrittweise bewältigen und gestalten lernen. Es soll Fehler machen dürfen und scheitern können, um mit unserer Unterstützung jeweils wieder Mut zu fassen und von neuem beginnen zu dürfen. Ziel ist die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstwirksamkeit, damit eigenverantwortliche Schritte in die selbständige Lebensführung möglich werden.
Als Vertrauenspersonen bieten wir uns für Gespräche und Unterstützung an. Reibungen und Auseinandersetzungen sowie lernen Grenzen zu respektieren, sehen wir als Orientierungshilfe im Alltag. Wir leben u.a. auch eine konstruktive Streitkultur vor, die ohne Beziehungsabbruch funktioniert. In der Rolle als Sozialpädagog:innen sehen wir uns stets als Teil eines erweiterten Beziehungssystems. D.h. das Kind ist immer auch in Verbindung mit seinen wichtigen Bezugspersonen aus dem familiären Umfeld. So sind wir ganz konkret im gelebten Alltag Ergänzung und nicht Ersatz der Eltern.
Kinder und Jugendliche, die in die Weidhalde kommen, haben in ihren Herkunftsfamilien verschiedenste schwere Belastungen, auch psychische Erkrankungen ihrer Eltern erlebt. Diese Kinder sind selbst psychisch belastet oder sogar nachweislich traumatisiert. Sie zeigen im Alltag sehr oft auch nicht angepasste, z. T. stark auffällige Verhaltensweisen. Wir wollen verstehen, was der gute Grund ist für dieses von den Erwartungen abweichende Verhalten.
In der Begegnung mit diesen Kindern und ihren Eltern und Angehörigen gilt es für uns eine besondere Aufmerksamkeit zu entwickeln und zu schulen. Wir berücksichtigen insbesondere: Der Eintritt ins Heim und weg von zu Hause zu sein, kann ebenfalls sehr belastend sein und ein zusätzliches traumatisches Erleben auslösen. Deshalb gilt es für uns, beim Aufnahmeprozess ganz besonders besorgt zu sein. Diese besondere Aufmerksamkeit gilt durchgehend im Zusammenleben des Alltags.
Traumatische Belastungen können sich z.B. zeigen, wenn das Kind Absprachen, Regeln, auch Beziehungen immer wieder infrage stellt. Dinge, die funktionieren, die schon geklärt waren, plötzlich hinterfragt, missachtet, sodass sie neu verhandelt werden müssen. Wir sind uns dieser möglichen Verhaltensmuster von Kindern bewusst und handeln professionell. Wir eignen uns im engen Austausch mit den Psychotherapeut:innen und durch Weiterbildung das Wissen um die jeweiligen Störungsbilder an und klären in der Zusammenarbeit für das einzelne Kind die Möglichkeiten / Settings, in dem es bestimmte Erfahrungen und Ängste auch zeigen und ausleben darf.
Wir brauchen das Wissen um die Dynamiken der Störungsbilder, die erforderliche Geduld, Ausdauer, Absprache im Team und die dafür notwendige Zeit. D.h. wir erhöhen und üben bei diesen Kindern deutlich unser Mass:
a) an vorausschauender Arbeit, d.h. Vereinbarungen im Vorfeld / Prävention
b) an Selbstkontrolle und Aufschub in der Situation
c) an Beharrlichkeit und Unterstützung bei der Aufarbeitung bzw. bei der Wiedergutmachung von unerwünschtem Verhalten
d) und wir achten und setzen uns ein für genügend Fachpersonen in betreuungsintensiven Zeiten
Wir erkennen, dass eine Beziehung auf gutem Weg ist, wenn das Kind anfängt, sich einzulassen, wenn es den Mut hat, sich so zu zeigen, wie es ist und sich anvertraut. Die Sozialpädagog:in vermittelt dem Kind, dass sie ihm nichts nachträgt und es immer wieder die Möglichkeit bekommt, von vorne zu starten. Professionalität heisst den Kindern in jeder Situation Sicherheit zu geben, Beziehung anzubieten und ihnen freizustellen, mit wem sie eine engere Beziehung eingehen möchten.
Hier finden Sie unser aktuelles Konzept zum Herunterladen.